Gestern sah ich Karsten. Und die Sache mit Karsten ist so ein Ding. Denn nein, Karsten ist nicht deine Mutter und auch nicht der stärkste im Gefängnis. Karsten ist Karsten. Und so sieht’s aus. Eigentlich kannte ich Karsten nie. ICh wusste, wer Karsten ist und so weiter. Aber ich kannte ihn nicht. Doch nun von vorne.
Karsten war der beste Freund von Basil. Und ich bewunderte Basil. Das ist so zu verstehen: Ich war ein gutes Halbjahr bei den Pfadfinder, als ich Basil kennenlernte. Basil war drei Jahre älter und verliess unsere Gruppe noch am selben Tag für die ältere Gruppe. Jedoch war Basil schulisch nicht so gut und ging weiterhin auf die selbe Schule wie ich. So sah ich Basil auch weiter und war auch beeindruckt, dass ich mit den Jungs, die 3 Jahre älter waren als ich, rumhängen durfte. Und dann war da halt auch der Karsten.
Jedoch verliess ich bald mal die Schule, weil ich Bezirksschule machte und nicht Sekundar- oder Realschule. Und so verlor ich Basil und durch das auch seinen besten Freund Karsten aus den Augen. Basil sah ich nun wieder regelmässig, weil ich auch in der älteren Gruppe der Pfadfinder war. Aber Karsten nie. Karsten interessierte mich auch nie. ICh fand eigentlich eh immer, dass er ein Trottel sei. So machte mir das nix aus. Basil fing früh an zu kiffen, kam auf den Anarcho Trip und machte mit irgendwie allem Schluss. Schloss die Schule grottig ab, man sah ihn nie mehr. Fing eine Lehre an, schmiss sie, eine zweite und schmiss auch diese. Er verwarloste nun zusehends und irgendwie bin ich ihm aus dem Weg gegangen. Ausgerechnet Basil, dessen Vater am Raucherlungenkrebs gestorben ist, kiffte mit wohl vierzehn wie ein süchtiger und rauchte auch mit fünfzehn ganz normal, seine Mutter tat nichts dagegen.
Basil sieht man noch ab und zu in der Stadt. Lange Haare, alles ungepflegt, immer mit seinem Hippie Poncho. Hardcorekiffer de Luxe, so siehts aus. Ob er noch mit Karsten hängt, weiss ich nicht.
Das Ding ist nun, ich hab vor kurzem Mal an Karsten gedacht. Nur flüchtig hat er mein Mind gecrosst und ist dann wieder verschwunden. „War da nicht noch Karsten? Was wohl aus dem geworden ist..“ und fertig war wieder.
Witzig ist, dass ich ihn gestern gesehen habe, nur vorbeilaufen, aber ich habe ihn wahrhaftig gesehen. Noch immer ziemlich klein, schmal. Irgendwie wie ausgehungert und er machte halt auch irgendwie einen miserablen Eindruck. Sah noch aus, wie früher.
Gut, Spasti, es kann wieder acht Jahre dauern, bis ich dich mal wiedersehe.
Looptroop – The Builing (yeah! Morgen wird HAmmer!
tom Sagte:
on Mai 6, 2008 at 8:25
Und die Moral von der Geschicht?
bbbbjs Sagte:
on Mai 6, 2008 at 9:34
muss jede meiner kleinen geschichten eine moral haben? wenn ja, rufe ich zum moralerfind wettbewerb auf! wer gewinnt wird in einem beitrag erwähnt!
tom Sagte:
on Mai 8, 2008 at 5:14
Hast schon recht . Moral brauchen sie nicht zu haben, denn die kann man jederzeit erfinden – aber Geschichten sollten sie sein! zu wissen was eine gute Geschichte ist, das ist die Kunst
bbbbjs Sagte:
on Mai 8, 2008 at 9:07
hmm, wie soll ich das verstehen? es ist ja irgendwie eine geschichte, keine besonders gute, ist schnell dahingeschrieben, aber wohl auch nicht die schlechteste, da sie der wahrheit entspricht… eigentlich nur eine erinnerung, aufgeschrieben, weil ich mich durch einen zufall (der kurze anblick von karsten) in die zeit zurückversetzt fühlte